Spanien - Madrid
Spanien - Madrid
Sprache, Esskultur und Universität
Es ist nun fast ein Monat vergangen, seit ich in Spanien angekommen bin, und ich muss sagen, dass es mir hier wirklich gut gefällt. Das Leben in Madrid fühlt sich aufregend an und ist voller neuer Eindrücke. Ich habe bereits viele Menschen aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichen Nationalitäten kennengelernt, was die Erfahrung noch bereichernder macht. Ich geniesse den noch unbekannten Alltag hier, die kleinen Überraschungen, die das Leben in einer neuen Kultur mit sich bringt, und ich bin gespannt, was mich auf meiner Reise als Nächstes erwartet. Natürlich war nicht alles einfach, und es gab auch einige Schwierigkeiten, aber sie gehören alle zum Abenteuer dazu.
Eines der ersten Dinge, die mir aufgefallen sind, war die Sprache. Natürlich sprechen hier fast alle Spanisch, aber was mich am meisten überrascht hat, war, wie viele Menschen – besonders junge Leute – auch sehr gut Englisch sprechen. Manche studieren sogar auf Englisch statt auf Spanisch, nur um zu üben. Das war ganz anders als das, was ich aus Frankreich oder Italien kannte, wo ich immer das Gefühl hatte, dass kaum jemand Englisch spricht. Hier fühlt sich die Kommunikation viel einfacher an. Trotzdem versuche ich, so oft wie möglich Spanisch zu sprechen. Ob beim Bestellen im Restaurant oder beim Smalltalk – ich möchte mich wirklich verbessern. Ich habe die Sprache ein paar Jahre in der Schule gelernt, und jetzt habe ich endlich die Gelegenheit, sie im echten Leben anzuwenden.
Was das Ganze noch schöner macht, ist, dass die Menschen hier es wirklich zu schätzen wissen, wenn man es versucht. Sie sind geduldig, freundlich und lassen einen nie das Gefühl haben, sich für Fehler schämen zu müssen. Manchmal muss ich zugeben: „Perdona, hablo español un poco“, aber selbst dann lächeln die Leute und helfen mir weiter. Das macht das Üben richtig angenehm, und jeden Tag fühle ich mich ein bisschen sicherer. Generell sind die Menschen hier freundlich, offen und hilfsbereit. Im Supermarkt zum Beispiel haben mir Leute oft geholfen oder mir einfach zugelächelt – und solche kleinen Momente geben mir ein Gefühl von Zuhause. Das hat mich überrascht, denn in Österreich sind die Menschen gegenüber Neuankömmlingen oder Fremden nicht immer so offen.
Ein weiterer grosser Unterschied ist die Esskultur. In Spanien essen die Menschen viel später als in Österreich. Viele Restaurants öffnen erst um acht Uhr abends, und das war anfangs sehr ungewohnt für mich. Zu Hause esse ich lieber früher, weil ich dann besser schlafe und es einfach so gewohnt bin. Aber ich merke, dass ich mich langsam anpasse. Da ich jetzt auch später aufstehe, fühlt es sich ganz natürlich an, auch später zu essen. Was mich immer noch herausfordert, ist die riesige Auswahl an Essen in Madrid. Die Stadt ist so gross, und die Möglichkeiten sind endlos. Was mir aber sofort gefallen hat, ist die Tradition der Tapas. Zu jedem Getränk bekommt man eine Kleinigkeit zu essen – und ich finde das wunderbar. Am Nachmittag sind es vielleicht Chips oder etwas Wurst, am Abend können es sogar Patatas oder Pommes sein. Das macht jedes Getränk zu einem kleinen Anlass. Auch die Getränkepreise sind kaum zu glauben. Ein Tinto de Verano oder ein Glas Sangria kostet nur zwei bis vier Euro – und sie schmecken grossartig. Es ist für uns schon zu einer kleinen Routine geworden, nach der Uni etwas trinken zu gehen oder einfach draussen zu sitzen und das schöne Wetter zu geniessen. Ich merke jetzt schon, dass diese spanische Gewohnheit Teil meines Lebensstils geworden ist.
Auch das Unileben ist ein Teil meiner neuen Routine, der sich sehr von dem unterscheidet, was ich von zu Hause kenne. In Liechtenstein ist der Campus klein, und man trifft kaum Leute ausserhalb der eigenen Klasse. Hier in Spanien ist das ganz anders. Der Campus ist viel grösser und voller Leben. Man sieht Studierende aus vielen verschiedenen Fachrichtungen, die zusammen sitzen, essen, trinken oder einfach nur reden. Es gibt zwei Mensen, in denen man direkt Essen bestellen kann, und die Auswahl ist viel grösser. Was mich wirklich überrascht hat, war, dass der Campus sogar eine eigene Bank hat – man kann dort ein Konto eröffnen oder einfach einen Kaffee trinken. Ausserdem gibt es ein ganzes Gebäude für die Bibliothek und sogar ein Fitnessstudio. Im Vergleich zu meiner Heimatuni fühlt sich das fast wie eine kleine Stadt an – und das gefällt mir sehr.
Ich habe auch einen grossen Unterschied darin bemerkt, wie die Studierenden hier ihr Studium angehen im Vergleich zu Liechtenstein. Die spanischen Studierenden scheinen mit viel weniger Stress zu leben. Während in Liechtenstein viele ständig auf Arbeit, Deadlines und Planung fokussiert sind, wirkt hier alles etwas ruhiger und entspannter. Die Studierenden scheinen nicht zu viel zu grübeln oder sich zu sehr unter Druck zu setzen. Im Gegenteil: Sie gehen öfter aus, verbringen mehr Zeit mit Freunden und feiern deutlich häufiger, als sie lernen. Für mich war das anfangs ungewohnt, da ich ein ruhigeres, lernorientiertes Umfeld gewohnt bin – aber es zeigt auch, wie unterschiedlich das Studentenleben in einem anderen Land sein kann.
Wenn ich auf diesen ersten Monat zurückblicke, wird mir klar, wie viel ich schon gelernt und erlebt habe. Vom Spanischüben und dem Gewöhnen an spätere Abendessen bis hin zum Entdecken des Unilebens und dem Geniessen der Freundlichkeit der Menschen – jeder Tag war voller neuer Eindrücke. Nicht alles war einfach, aber die Herausforderungen gehören zur Reise dazu und machen die schönen Momente umso wertvoller. Ich bin gespannt, was die nächsten Monate bringen und wie mich das Leben in Madrid weiterhin prägen wird.