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Irland – Dublin

Irland – Dublin

Mathias Marian Pfeifer

Die Freundlichkeit der Iren 🇮🇪☘️

Person mit Mütze und Schal steht auf einer Auffahrt vor einem historischen Schloss aus Stein unter blauem Himmel.

Was mich seit Beginn meines Aufenthalts in Irland beeindruckt hat, ist die Freundlichkeit, Offenheit und der Humor der Menschen. Das ist mir schon am Anreisetag aufgefallen. Am Flughafen Memmingen musste ich mehrere Stunden auf meinen verspäteten Flug nach Dublin warten. Einige Iren, die am Gate sassen, kamen sofort auf mich zu und begannen ein Gespräch. Sie waren sehr freundlich, machten viele Witze und gaben mir sogar gute Tipps für meinen Austausch. Diese erste Begegnung hinterliess bei mir bereits einen positiven Eindruck von dem Land, und ich fragte mich, ob diese Freundlichkeit auch nach meiner Ankunft in Irland anhalten würde.

 

Später, als ich mit einem Kollegen aus dem Architekturstudium in einen traditionellen irischen Pub ging, in dem hauptsächlich Einheimische verkehren, machte ich eine ähnliche Erfahrung. Nach nur zehn Minuten wollte eine Gruppe von Iren, die neben uns sass, mit uns ins Gespräch kommen. Sie waren sehr offen und freundlich und gaben uns viele Empfehlungen, was man in Irland unternehmen und sehen kann. Am Ende luden sie uns sogar auf ein Pint ein. Das war ein wirklich schöner Moment, denn er zeigte mir, wie sehr die Iren Freundlichkeit und Gastfreundschaft schätzen. In meiner Heimatkultur habe ich das Gefühl, dass die Menschen oft etwas zurückhaltender sind, besonders wenn sie Fremde treffen.

 

Eine weitere Sache, die mir recht schnell aufgefallen ist, ist die Rolle des Humors. Viele Iren, die ich kennengelernt habe, nutzen Humor, um Gespräche zu beginnen und Kontakte zu knüpfen. Sie machten manchmal Witze über mein Heimatland oder sogar über persönliche Dinge wie meine roten Haare, obwohl sie mich noch gar nicht kannten. In Österreich und Liechtenstein sind die Menschen oft ernster, wenn sie jemanden neu kennenlernen. Aber ich habe mitgelacht und gemerkt, wie sehr Humor dazu beitragen kann, dass sich Menschen wohlfühlen und willkommen fühlen. Das hat wahrscheinlich auch etwas mit der Pub-Kultur zu tun, da Pubs sehr gesellige Treffpunkte sind.

 

Was mir ebenfalls schnell aufgefallen ist, ist die Art und Weise, wie sich die Menschen begrüssen. In Irland ist es sehr üblich, „How are you?“ oder „How are you doing?“ zu sagen, anstatt nur „Hello“ oder „Hi“. Das passiert überall: im Supermarkt, im Bus oder an der Universität. Zuerst fand ich das ungewöhnlich, denn in Österreich und Liechtenstein stellt man diese Frage normalerweise nach der Begrüssung, und oft führt sie zu einem längeren Gespräch. Hier in Irland ist es eher wie ein einfaches Hallo. Manche Leute mögen sagen, dass es oberflächlich ist, weil man keine ausführliche Antwort erwartet. Aber für mich fühlt es sich warm und positiv an, als ob sich die Menschen wirklich umeinander kümmern, auch wenn die Antwort nur „Mir geht es gut, und dir?“ lautet. Interessanterweise habe ich, als ich selbst angefangen habe, diese Begrüssung zu verwenden, gemerkt, wie einfach es geworden ist, Menschen das Gefühl zu geben, willkommen zu sein.

 

Als ich darüber nachdachte, wurde mir klar, wie sehr ich Freundlichkeit und Offenheit im Alltag schätze. Früher habe ich mir darüber nicht so viele Gedanken gemacht, aber jetzt sehe ich, wie wichtig das ist. In meiner Heimatkultur empfand ich den Umgang miteinander manchmal als eher distanziert. Hier in Irland kann eine kleine Geste, wie eine freundliche Begrüssung oder ein kurzes Gespräch, dazu beitragen, dass man sich willkommen fühlt und eine nette Verbindung zu anderen aufbaut. Das macht auch den Alltag fröhlicher.

 

Wenn ich über diese Erfahrungen nachdenke, wird mir klar, wie kulturelle Praktiken, selbst sehr einfache wie Begrüssungen oder Scherze, die Atmosphäre einer ganzen Gesellschaft prägen können. Für mich hat Irland gezeigt, wie wertvoll es ist, anderen mit Offenheit und Freundlichkeit zu begegnen. Zuerst dachte ich, das sei vielleicht oberflächlich, aber jetzt glaube ich, dass es eine schöne Art ist, Fürsorge zu zeigen. Mir ist auch klar geworden, dass ich etwas von dieser Einstellung mit nach Hause nehmen möchte. Diese Austauscherfahrung hat mich bereits viel gelehrt – insbesondere, sozialer zu sein und dass kleine Dinge wie Begrüssungen einen grossen Einfluss auf das Wohlbefinden der Menschen haben können.

Person mit Mütze und Schal steht auf einer Auffahrt vor einem historischen Schloss aus Stein unter blauem Himmel.