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Datenschutz statt Fasnacht: Rekordbesuch beim 15. Privacy Ring

Datenschutz statt Fasnacht: Rekordbesuch beim 15. Privacy Ring

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Über 100 Fachleute aus der DACH-Region kamen am 12. Februar 2026 an der Universität Liechtenstein zusammen, um über das Spannungsfeld zwischen neuen Technologien und Datenschutz zu diskutieren. So viele Teilnehmende wie nie zuvor – der Andrang übertraf selbst die Erwartungen der Veranstalter. 

Der Privacy Ring, seit 2017 als wandernde Fachtagung im deutschsprachigen Raum etabliert, machte für seine 15. Ausgabe Halt in Vaduz – eine Wahl, die sich als Volltreffer erwies. Die Gründerinnen Judith Leschanz und Iris Phan zeigten sich beeindruckt: Statt der üblichen 50 Gäste kamen in Liechtenstein doppelt so viele. Die Universität nutzte ihre Gastgeberrolle, um den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis aktiv zu fördern. Martina Glatthaar, Datenschutzbeauftragte der Universität, moderierte mit und organisierte die Tagung mit, wodurch sie Theorie und Praxis eng verknüpfte. 

Zwischen KI-Hype und Büroalltag

Ein Schwerpunkt der Tagung lag auf Künstlicher Intelligenz (KI). Die Referierenden blieben praxisnah und präsentierten konkrete Ansätze. David Dörken etwa zerlegte die komplexe KI-Governance in handhabbare Leitlinien, während Ursula Sury zeigte, wie sich automatisierte Entscheidungen mit Persönlichkeitsrechten vereinbaren lassen. Olga Stepanova und Bernhard Veek beleuchteten die wachsenden Herausforderungen der IT-Sicherheit. Auch regulatorische Fragen kamen nicht zu kurz: Nina Herbot erklärte, wie Datenschutzbehörden in verschiedenen Ländern Veröffentlichungen unterschiedlich auslegen. 

Die Tagung blieb dabei bodenständig. Regina Mühlich sprach vielen aus der Seele, als sie den Alltag von Datenschutzbeauftragten schilderte, die unter einem ständigen „Information Overload“ leiden. Juristische Experten wie Katharina Martin und David Vasella vertieften sich in die Fallstricke internationaler Datentransfers und die Herausforderungen der Plattformregulierung. Diese Beiträge zeigten exemplarisch die thematische Breite der Veranstaltung. 

Heisse Diskussionen um die Cloud 

Ein Höhepunkt war die abschliessende Podiumsdiskussion mit dem provokanten Titel „I’ve got 365 problems, but privacy one? “ Experten wie Olaf Koglin und Michael Will debattierten mit dem Publikum über Chancen und Risiken von M 365 und Cloud-Lösungen. 

Der fachliche Austausch endete nicht mit dem letzten Programmpunkt. Beim anschliessenden Apéro und einem Ausflug ins sonnige Malbun vertieften die Teilnehmenden ihre Gespräche und knüpften neue Kontakte. Im kommenden Jahr zieht der Privacy Ring weiter nach Wien, wo das zehnjährige Bestehen gefeiert wird. 

Die Veranstaltung zeigte eindrücklich: Datenschutz bewegt. Der Bedarf an Information und Austausch ist gross. Die Universität Liechtenstein hat diesen Bedarf erkannt und mit ihrer Gastgeberrolle ein starkes Zeichen für Wissensvermittlung und Vernetzung in einem gesellschaftlich relevanten Bereich gesetzt.

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